Nach den Kender König

120,00 €

Bemaßung & Rahmen

Maße: 24 × 32 cm
Rahmen: ohne Rahmen

1 vorrätig

Hinweis: Dieses Kunstwerk ist ein Unikat und kann nur einmal gekauft werden.

Artikelnummer: BI-2608-00171 Kategorie:

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Beschreibung

Mischtechnik auf Karton

Christian Wünsche

Christian Wünsche

Architekt · deutsch · Wirkungsort: Görlitz · Geboren: Görlitz
Biografie anzeigen

Ulla Dretzler, Dortmund

„Ironisches Spiel der Farben und Formen“

Christian Wünsche wurde 1956 in Görlitz geboren. Seit er sich erinnern kann, beschäftigte er sich mit Malerei. Er stand in sehr engem Kontakt zu dem Görlitzer Maler Rudi Wünsche, mit dem er allerdings nicht verwandt ist. Christian Wünsche ist Architekt und arbeitete von 1995- 2000 freiberuflich in einer Partnerschaft . Er beschäftigt sich jedoch, wie er sagt, intensiv mit Geschichte, Märchen, Kunst und ökologische orientierten Fragestellungen.

Seine Arbeiten hat er in mehreren Ausstellungen gezeigt, u.a. in Görlitz, Dresden, Chemnitz, Leipzig und Regensburg.

Christian Wünsches Bildwelten werden von der Linie bestimmt. Zeichner und Maler stehen gleichzeitig und gleichwertig nebeneinander, wobei jeweils die Dominanz wechselt. Es sind poetische, erzählerische Bilder, in denen sich Abstraktion mit realistischen Bildelementen verbindet. Massive oder an- und abschwellende Linien und kalligraphische Zeichen markieren ein bewegtes Bildgerüst, die kompositionelle Struktur steht als Methapher für gedankliche Inhalte, als Metapher des Märchenhaften, Dramatischen und der Beunruhigung.

Linie und Fläche, Leichtes und Schweres werden zu einer Einheit zusammengeführt. Es sind kammermusikalisch orchestriert Bilder mit einer vielschichtigen Durchdringung der FarbteileDer koloristische Gesamtklang wird durchbrochen und aufgestört durch eine züngelnde Struktur von Lineamenten. Das Helle und das Dunkle verbinden sich, eröffnen eine Welt zwischen Ahnung, Traum und Realität.

Der Gegenstand der gestalterischen Auseinandersetzung ist nicht das Abbild, sondern die Visualisierung innerer Empfindungen; es sind Kompositionen, die Assoziationen und Erinnerungen auslösen. Seine künstlerischen Themen und Motive findet er in seiner unmittelbaren Umgebung und in der Welt der Märchen und Mythen.

Christian Wünsches Arbeiten sind doppelbödig und zeigen die Freude am experimentellen Umgang mit Stift, Pinsel und Farbe. Farbfacetten sind von kräftigen oder haarfeinen Linienbündeln überlagert oder eingerahmt, Farbadern und Ritzungen umkräuseln die Hintergrundfläche. In anderen Arbeiten bilden dichte , farbige Lineamente einen nahezu flächigen Untergrund, der von einem feinen Liniengespinst überzogen ist.

Die Bilder scheinen aus der dynamischen Geste aufgebaut, allerdings nicht im Sinne des action painting. Der Malprozess wird durch eine kompositionelle Ordnung wieder beruhigt. Breit aufgetragene Farbzüge in der Nichtfarbe Schwarz bilden monumentale, zeichenhafte Figurationen, hinter denen der helle, strukturierte Hintergrund durchschimmert, ein diffuser Lichtraum, transparente Farberscheinungen, die den Blick nach innen in das Bildgeschehen ziehen. Leichtes und Schweres kommunizieren miteinander.
Die Farbe als Empfindungswert tritt in den Hintergrund. Die Tonwerte dienen der Modulierung der Fläche unter dem nervösen, skizzenhaften Strich der Lineatur. Die Farbe schreibt sich, durchkreuzt und verdichtet sich. Die Handschrift ist spontan und zugleich fragil, ruft Inhalte des Unbewußten hervor und provoziert zum Lösen der erzählerischen Metaphern.
Kürzel aus Märchen- und Sagenwelten verbinden sich mit der Erlebnis- und Erfahrungswelt des Künstlers und lassen neue Bildrätsel entstehen. Trotz der Vehemenz im Farb- und Farbenzeichenauftrag bleibt die kompositionelle Struktur deutlich sichtbar, die Farbscala vergleichsweise zurückhaltend. Ein diffuses Licht bestimmt in vielen Arbeiten die Atmosphäre, in der sich gegenständlich angelehnte, undefinierbare Fabelwesen tummeln, die den Betrachter zum „Weiterfabulieren“ auffordern.
Der gestische Duktus in Christian Wünsches Arbeiten ist der unmittelbare Ausdruck von Emotion, von Gemütsbewegung und seelischer Erregung, die durch die unterschiedlichen Schwingungen der Farbe und der dynamischen Kraft der Linie dem Betrachter übermittelt wird. Im verschlüsselten Zusammenspiel von Linien und Farben verbergen sich gegenständliche Visionen.
Christian Wünsche spielt unbekümmert mit unterschiedlichen Stilformen, setzt auf die Wirkung von Farbe, Linie und Form und erzielt so erzählerische Bilder, die unmittelbar an die Sinnen des Betrachters appellieren, Bilder, die ihre Ironie oder Zweideutigkeit erst auf den zweiten Blick erkennen lassen.
Ulla Dretzler, Dortmund
(Biographische Angaben aktualisiert 2026)

Zusätzliche Information

Künstler

Christian Wünsche

Technik

Mischtechnik

Zustand

neuwertig

Typ

Bild

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